Bad Nenndorf. Architektur und Gartenkunst eines Kurortes vom 18. Jahrhundert bis zur Nachkriegsmoderne
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IGT
Marie Ellersiek
Der Ausbau von Bad Nenndorf zu einem Kur- und Badeort setzte im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts unter Landgraf Wilhelm IX von Hessen-Kassel (1743-1821) ein. Eine neue Bauaufgabe entstand – das Kur- und Badehaus –, entwickelt zunächst als Ausdrucksform einer aristokratischen Kultur in der Tradition des Schlossbaus des 17. und 18. Jahrhunderts. Weniger als Distinktionsmittel konzipiert, sondern seit Gründung auf Öffentlichkeit und Publikumsverkehr ausgerichtet, wurden die Kuranlagen in Nenndorf im Laufe des 19. Jahrhunderts fortwährend weiterentwickelt und zunehmend auch von einem bürgerlichen Publikum genutzt.
Welche Leitideen spielten bei Gestaltung der Gebäude und der Gartenanlage(n) eine Rolle und in welchen Zusammenhängen stehen diese bei vergleichbaren Anlagen? Mit Bad Nenndorf steht ein Heilbad im Mittelpunkt, das bis heute in Nutzung steht. Aufgrund des Wandels von Freizeitkultur im Allgemeinen und der gewachsenen Ansprüche an medizinische Kuraufenthalte im Speziellen sind für das 20. Jahrhundert jedoch starke Veränderungen und Anpassungen zu verzeichnen.
Die Dissertationsschrift wird die erste Gesamtdarstellung der Entwicklungsgeschichte von Bad Nenndorf liefern. Sie zielt darauf ab, mit der exemplarischen Betrachtung einen Beitrag für das Forschungsfeld der Kur- und Heilbadeorte Mitteleuropas und der Kurortarchitektur im Allgemeinen zu leisten: die ausführliche Untersuchung der Bau- und Gartengeschichte soll zum einen den historischen Bestand der Nenndorfer Anlage kunst- und kulturhistorisch würdigen, zum anderen Impulse für künftige denkmalpflegerische Zielstellungen sowie eine konsistente Grundlage für die weiterführende Forschung im Bereich der Bäderarchitektur und der Geschichte der Kurorte liefern.